Main-Post, 04.01.2006

Klangkunst zum Jahresende

Silvesterabend, Jahresende – da ist vielen liebe Gewohnheit, das Jahr in der Grafenrheinfelder Pfarrkirche mit einem Konzert der Reihe „klangkunst“ ausklingen zu lassen. Diesmal setzte „Musica Sacra“ mit einer kammermusikalischen festlichen Silvestergala einen glänzenden Schlusspunkt unter ein Konzertjahr, das – so Geschäftsführerin Rita Weth – gespickt war mit Höhepunkten.

Zum Jahresausklang musizierten hochrangige Solisten aus der Region. Christine Hübner-Hart (Mezzosopran, Geldersheim), Ellen Stüttgen (Cello, Schweinfurt), Jochen Müller-Brincken (Oboe/Englischhorn, Würzburg) und Regionalkantor Rainer Aberle (Orgel, Klavier und Cembalo, Waldsachsen/Wasserlosen) präsentierten einen mal besinnlichen, mal furiosen und dann wieder beinahe meditativen Kammermusikabend. Das Programm war spannend, reichte von Georg Phillip Telemann über Louis Vierne bis hin zum estnischen Komponisten Arvo Pärt.

Eine Überraschung waren die von den Solisten ausgewählten Texte, die Christine Hübner-Hart mit ausdrucksstarker Stimme las. So bereicherten Auszüge aus dem „Kleinen Prinzen“, ein Liebesgedicht Pablo Nerudas oder Nachdenkliches zum Jahreswechsel das Programm. Einzig in der Telemann'schen Kantate „Ew’ge Quelle, milder Strom“ musizieren alle vier Aktanten gemeinsam.

Während Christine Hübner-Hart mit ihrer klaren Stimme begeisterte, überzeugten die Instrumentalisten durch große Spielfreude und ausgeprägte Klangtechnik. Stimmliche Wandlungsfähigkeit bewies Hübner-Hart bei der Aufführung dreier Liebeslieder in italienischer und französischer Sprache. Wunderschön auch das meditative „Spiegel im Spiegel“ Pärts, das Ellen Stüttgen auf dem Cello und Rainer Aberle am Klavier mit großer Eindringlichkeit aufführten. Weich und ruhig zogen die Töne in ihrer spiegelbildlichen Anordnung dahin und füllten den Klangraum der Kirche.

Einen würdigen Schlusspunkt setzten Jochen Müller-Brincken und Rainer Aberle mit Variationen über „Amazing Grace“, die für Gänsehaut sorgten. Über 400 Zuhörer dankten den vier Solisten mit lang anhaltendem Applaus und stehenden Ovationen für den eindrucks- und stimmungsvollen Jahresausklang.

Von Daniela Schneider