
Main-Post, 04.04.2003
»Vibrations«, zu deutsch Schwingungen, versprach das Programmheft des Fördervereins Musica Sacra. Und wahrlich, Stephanie Hamburger (München) mit ihrer Querflöte und Maximilian Mangold (Mannheim) mit seiner Gitarre – ein Duo mit einer nicht alltäglichen Instrumentenkombination – brachten im Wechselspiel mit Regionalkantor Rainer Aberle an der Orgel in der Grafenrheinfelder Pfarrkirche die Luft zum vibrieren.
Eröffnet wurde das zweite Konzert der Reihe »klangkunst« 2003 mit einer klassischen Orgelperformance Rainer Aberles, der »Passacaglia c-moll« von Johann Sebastian Bach. Drei Werke für Flöte und Gitarre folgten. Ohne Frage wunderschön das zweite Stück, die Interpretation von Enrique Granados »Danses Espagnoles«. Hier offenbarte sich die perfekte Harmonie, die eingangs Rita Weth im Namen von »Musica Sacra« als »Balance und Wohlklang im Zusammenspiel« bereits angekündigt hatte. Bemerkenswert auch, dass keines der beiden Instrumente sich auch nur für einen Moment in den Vordergrund spielte, sondern ein jedes die Klänge des anderen ergänzte und vervollständigte.
Eindrucksvoll erlebten die Zuhörer auch den Kontrast der eher zarten, wenngleich nicht weniger ausdrucksstarken Töne von Flöte und Gitarre im Gegensatz zu den prägnanten, kraftvollen Klängen der Winterhalter-Orgel, die das perfekt zusammengestellte Programm genau an den richtigen Momenten bereicherte. Schade nur, dass gerade einmal 60 Zuhörer den Weg zu diesem wunderbaren Konzert gefunden hatten. Zu einem außergewöhnlichen Klangerlebnis, dass sich durch das harmonische Spiel des Duos Hamburger/Mangold auszeichnete, die vor vielen Jahren »eher durch Zufall zusammengefunden haben« und seitdem regelmäßig mit ihren Programmen gastieren.
Der Besucher der Konzertreihe »klangkunst« kommt nicht umhin, sich jedesmal erneut zu wundern, wie vielseitig diese Veranstaltungsserie immer wieder daher kommt, wie treffsicher der künstlerische Leiter Rainer Aberle stets Musik in die Region bringt, die ihresgleichen sucht. Die wenigen Zuschauer des Konzertes waren jedenfalls restlos begeistert und die, die das Konzert versäumt haben, sind wirklich zu bedauern.
Von Daniela Schneider