Main-Post, 17.05.2007

Zauberhaftes für alle Sinne

Auch im achten Jahr ihres Bestehens überrascht die Konzertreihe „klangkunst“ immer wieder mit klanglich anspruchsvollen Konzeptionen und neuen Ideen. Beim jüngsten Konzert, der ersten „Nacht der Musik“ unter dem Motto „Frühlingserlebnis für alle Sinne“, kamen die Liebhaber guten Genusses – ob musikalischer oder kulinarischer Art – auf ihre Kosten.

Den ersten Teil des Konzertes gestaltete der Kammerchor „songcrft – art of singing“ unter der Leitung von Regionalkantor Rainer Aberle mit zauberhaften Klängen, brachten choristisch ihre Freude über den Frühling und die Auferstehung des Herrn mit ihren beeindruckenden Stimmen zum Strahlen. Das Repertoire des Chores ist denkbar vielfältig und so kamen 15 ganz unterschiedliche Stücke der Chorgeschichte von Palestrina über Heinrich Schütz und Max Reger bis hin zum zeitgenössischen Schaffenswerk Vytautas Miskinis' zur Aufführung

In verschiedenen Besetzungen, als reiner Frauenchor oder vier- bis achtstimmiger gemischter Chor, nutzten die 25 Chormitglieder die akustischen Besonderheiten der großen Pfarrkirche auch durch verschiedene Positionierungen im Raum wie bei Benjamin Brittens „A Hymn to the Virgin“. „Songcrft“, seit vielen Jahren ein fester und spannender Gast der Konzertreihe, besticht durch eine wunderbare Mischung aus Erhabenheit und Freude am Gesang, aus alterwürdigen und experimentellen Klangmomenten.

Gemeinsam mit dem kostbaren Spiel der jungen Harfenistin Elisabeth Hünnerkopf wurde ein ausdrucksstarkes Klangerlebnis geschaffen, das lange nachhallte. Auch solistisch begeisterte die Harfenistin mit ihrem virtuosen und nuancierten Spiel, meinte man doch die zarten Flügelschläge bei „Le Rappel des Oiseaux“ in der Kirche fast zu spüren.

Der zweite Teil des Frühlingserlebnisses galt dann dem Geschmackssinn, hatte doch das Pfarrheim-Team kulinarische Köstlichkeiten aufs Buffet im schön dekorierten Pfarrheim gezaubert. Im letzten Teil des dreistündigen „Festes für die Sinne“ entzündete Organist Peter Rottmann mit einigen der größten Klassiker der Orgelmusik auf der Winterhalter-Orgel sein furioses Feuerwerk für die Ohren. Bach mit seiner berühmten „Toccata und Fuge in d-Moll“, Widor, Jehan Alain, Edward Elgar und natürlich Louis Vierne gehören zu den bekanntesten und auch bedeutendsten Komponisten, passend verabschiedete sich Rottmann mit Viernes „Finale“, das facettenreich registriert auch ein schönes Beispiel für das umfangreiche Klangvolumen der Grafenrheinfelder Orgel ist.

Von Daniela Schneider