Main-Post, 20.03.2002
Zu einem bedeutenden Konzertsaal im Schweinfurter Umland hat sich seit dem Einbau der neuen Winterhalter-Orgel die Pfarrkirche entwickelt. Vom Solo-Konzert wie der Silvestergala bis hin zum Auftritt großer Orchester, wie dem Heeresmusikkorps 12 aus Veitshöchheim – die prächtige Akustik des Gotteshauses bietet den klangvollen Rahmen. So finden immer wieder bekannte Künstler den Weg nach Grafenrheinfeld. Domkapellmeister Roland Büchner von den Regensburger Domspatzen sprach von einer »tollen Atmosphäre und optimalen Akustik«, Solo-Trompeter Robert Hofmann von einem schönen Gefühl, hier zu spielen und auch Heeresmusikkorpsleiter Wilhelm Bruckhaus war begeistert. Das sind nur einige, die von der Klangfülle, die sich durch das Nachhall-Verhalten des Kirchenschiffes entfaltet, begeistert waren.
In der Tat bescheinigt ein Akustikgutachten, das der Orgelbauer erstellen ließ, dem Kirchenraum »interessante Ähnlichkeiten« mit bekannten Kirchen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. So zeige eine physiologische Überprüfung »insgesamt starke Parallelen mit halltechnisch vergleichbaren historischen Kirchenräumen«. Claudius Winterhalter setzte mit seiner Orgel die Empfehlungen des Gutachtens, nämlich die Vermeidung zu hoher Schalldrücke und die Sorge für ausreichende Klarheit, aber nicht zu viel Stärke in den Basslagen, um. So gelingt es den Musizierenden, die Zuhörer in jeder Ecke des Kirchenschiffes mit der optimalen Klangwirkung einzufangen.
Die akustischen Rahmenbedingungen des über 200 Jahre alten Gotteshauses blieben auch den Toningenieuren des Bayerischen Rundfunks nicht verborgen, die sich im vergangenen Jahr die Qualitäten des Konzertsaales Pfarrkirche Kreuzauffindung für CD-Aufnahmen zu nutze machten.
Die Kirchenkonzerte im Rahmen der vom Förderverein musica sacra um Regionalkantor Rainer Aberle ins Leben gerufenen Reihe »klangkunst« stehen zwar im Mittelpunkt, sind aber nicht alles. Allein im vergangenen Jahr hatten die Einwohner des Rokoko-Dorfes und der Region 18 Mal Gelegenheit, Musik »live« zu erleben. Dabei sind Auftritte anlässlich von Dorffesten oder die Kostproben, die Kinder der Grundschule oder die Eleven der Musikschule gaben, noch gar nicht mitgezählt. Als wahre Konzertmonate erwiesen sich der November und der Dezember. Beinahe jede Woche stand ein anderes Event auf dem Veranstaltungskalender.
Drei Konzerte binnen einer Woche, organisiert von drei verschiedenen Veranstaltern, mit völlig unterschiedlichen Darbietungen, verliehen dem sonst so tristen November Glanz. Ohne die Termine aufeinander abgestimmt zu haben, stellten »musica sacra«, Monika Rüttiger mit dem Musikverein und Vhs-Außenstellenleiterin Verena Fischer eine Konzertreihe auf die Beine, die in anderen Gemeinden die Höhepunkte eines gesamten Jahres darstellt.
Von Herbert Markert