Main-Post, 20.12.2007

Barocke Kostbarkeit

In den vergangenen acht Jahren haben „Musica Sacra“ und ihr künstlerischer Leiter Rainer Aberle für die Reihe „klangkunst“ viele herausragende Musiker nach Grafenrheinfeld geholt. Doch das festliche Weihnachtskonzert „Natus est Jesus“ mit Emma Kirkby und „London Baroque“, einem der weltbesten Barockensembles mit Ingrid Seifert (Violine), Richard Gwilt (Violine), Charles Medlam (Bassgambe) und Terence Charlston (Cembalo), darf getrost als einer der großen Höhepunkte der Konzertreihe bezeichnet werden.

Besondere Klangerlebnisse sind immer dann zu erwarten, wenn Mitwirkende, Raum und Zeit zu einem homogenen Gesamtkunstwerk verschmelzen und das Publikum mit dem Wissen gehen darf, Menschen erlebt zu haben, deren reine Intention es ist, Freude zu schenken. So geschehen in der Pfarrkirche.

Zwischen Konzerten in Barcelona und München war das kleine Rokokodorf Konzertbühne für eine wahre Kostbarkeit. In der so wunderbar passenden Barockkirche spielten sich Emma Kirkby und ein glänzend aufgelegtes Ensemble in einem durchweg harmonierenden Programm mit Werken von Händel, Bach, Corelli, Boddecker, Scarlatti und Carissimi die musikalischen Motive zu und fühlten sich dabei sichtlich wohl. Mit ihrer eindringlich klaren und schlanken Sopranstimme verlieh Kirkby, die nicht nur stimmlich an einen Engel erinnert, ihren Tönen silbrig-reine Flügel – glänzend artikuliert, geschmeidig und biegsam.

Sehr ausgewogen, einfühlsam und nuanciert begleitet von den teilweise gut 300 Jahre alten historischen Instrumenten des Ensembles zelebrierten sie gemeinsam das Fest der Liebe – uneitel, sympathisch, durchweg menschlich und einfach ergreifend schön. Für die etwa 300 Besucher in der nicht voll besetzten Pfarrkirche ein wahrhaftig tolles vorweihnachtliches Geschenk. Es gab es mit stehenden Ovationen und begeistertem Applaus zurück.

Von Daniela Schneider